Edelmetalle und Legierungen

Edelmetalle im Detail: Von warmem Gold bis zu edlem Platin

Die Wahl des Metalls ist keine Nebensache. Sie bestimmt, wie z.B. ein Trauring an der Hand wirkt, wie er sich nach zehn Jahren anfühlt und ob er die tägliche Beanspruchung ohne Kompromisse übersteht.

Alle Edelmetalle, die wir in unserem Atelier in Köln Neuehrenfeld verarbeiten, beziehen wir ausschließlich als zertifizierte Recycling-Edelmetalle von der deutschen Scheideanstalt Bauer-Walser. Das Unternehmen arbeitet nach den internationalen Standards des RJC (Responsible Jewellery Council) und garantiert lückenlose Transparenz, Konfliktfreiheit und einen konsequenten Schutz von Umwelt und Ressourcen in der gesamten Lieferkette. Mehr dazu erfährst du auf unserer Seite zur nachhaltigen Goldschmiede in Köln.

Jedes Metall bringt eine eigene Dichte, ein spezifisches Gewicht und charakteristische Farbnuancen mit. Diese Eigenschaften entscheiden an unserem Beratungstisch darüber, wie ein Schmuckstück an der Hand wirkt und sich im Alltag verhält.

Was bedeuten die Stempel? Feingehalt und seine optische Wirkung

Reines Gold ist im unlegierten Zustand viel zu weich für den täglichen Gebrauch. Es würde schnell verkratzen und sich verformen. Deshalb werden Edelmetalle mit präzise abgestimmten Partnermetallen verschmolzen. Der eingestempelte dreistellige Zahlenwert, die sogenannte Punzierung, dokumentiert den exakten Anteil des reinen Edelmetalls an 1.000 Gewichtsanteilen der fertigen Legierung.

Die alltagstauglichen Goldlegierungen für Schmuck – 750er und 585er

750er Gold (18 Karat)

75 % reines Gold, 25 % Legierungspartner, in der Regel Silber und Kupfer. Das ist der Standard, den wir für den Großteil unserer Arbeiten empfehlen und selbst bevorzugen.

Der Grund liegt in der Chemie: Bei 75 % Goldanteil ist die Legierung so edelmetallreich, dass die reaktionsfreudigen Anteile, vor allem Kupfer, keinen nennenswerten Einfluss auf die Oberfläche haben. Das Stück oxidiert nicht sichtbar, läuft nicht an und behält seine Farbe dauerhaft. Gleichzeitig ist der 25-prozentige Legierungsanteil hoch genug, um dem reinen Gold die nötige Härte und Festigkeit zu geben, die für die handwerkliche Verarbeitung und den täglichen Gebrauch erforderlich sind. Reines Gold wäre dafür zu weich. 750er Gold trifft den Punkt, an dem Edelmetallgehalt, Farbtiefe, Verarbeitbarkeit und Langlebigkeit im besten Gleichgewicht stehen. Nicht ohne Grund ist es weltweit der bevorzugte Standard für hochwertigen Goldschmuck und wird von Scheideanstalten als Referenzlegierung für feinen Schmuck geführt.

585er Gold (14 Karat)

58,5 % reines Gold, 41,5 % Legierungspartner, in der Regel Silber und Kupfer.

585er Gold ist eine vollwertige, bewährte Legierung mit einer langen Tradition in der europäischen Goldschmiedekunst. Der Farbunterschied zu 750er Gold ist vorhanden, aber fein: Durch den höheren Anteil hellerer Zusatzmetalle wirkt 585er Gelbgold etwas kühler und dezenter. Wer z.B. einen Verlobungsring aus beiden Legierungen direkt nebeneinander hält, wird den Unterschied sehen. Wer ihn allein am Finger trägt, oft nicht.

Für manche Kunden ist genau das der richtige Ausgangspunkt. Nicht jedes Schmuckstück soll maximale Farbsättigung zeigen. Ein kühleres, zurückhaltendes Gold kann zu bestimmten Hauttypen, Stilen und Gestaltungsideen besser passen als das satte Tiefgelb von 750er Gold. Es kann eine Frage des Budgets sein, aber vor allem der Ästhetik.

Wir beraten dich offen zu beiden Legierungen und empfehlen das, was zu Ihrem Stück, Ihrer Hand und Ihrer Vorstellung passt.

Feingold und 333er Gold eignen sich nur bedingt zum Tragen 

999er Gold (Feingold / 24 Karat): 99,9 % reines Gold. Es besitzt einen tieforangenen, intensiv warmen Farbton. Wegen seiner Weichheit bieten wir keinen Schmuck aus Feingold an. Schmuck aus Feingold ist wunderbar anzusehen, aus unserer Sicht aber leider nicht uneingeschränkt zum Tragen geeignet.

333er Gold (8 Karat): Nur 33,3 % reines Gold. Die verbleibenden 66,7 % bestehen überwiegend aus Kupfer und Silber. 333er Gold ist die niedrigste Legierung, die in Deutschland noch offiziell als Goldschmuck verkauft werden darf.

Farblich wirkt es blass-gelblich bis rötlich, weil der hohe Kupferanteil den Farbton der Legierung dominiert.

Das eigentliche Problem liegt jedoch in der Chemie: Kupfer ist reaktionsfreudig. Es verbindet sich mit Sauerstoff und Feuchtigkeit aus der Luft zu Kupferoxid, einem dunkel-rötlichen bis schwärzlichen Belag. Gleichzeitig reagiert Kupfer mit Schwefelspuren, die in jeder normalen Umgebungsluft vorkommen, zu Kupfersulfid, das sich ebenfalls dunkel und schwärzlich auf der Oberfläche absetzt. Bei 333er Gold ist der Kupferanteil so hoch, dass diese Reaktionen sichtbar werden: Die Oberfläche verfärbt sich, zeigt dunkle Flecken und verliert ihren Glanz. Im direkten Hautkontakt können Kupferoxide außerdem schwarze oder grünliche Ablagerungen auf der Haut hinterlassen.

Hinzu kommt, dass die Legierung durch den geringen Edelmetallanteil mechanisch weniger stabil ist und bei der handwerklichen Verarbeitung spröder reagiert als höherkarätige Legierungen.

Aus diesen Gründen bieten wir 333er Gold nicht an. Wer ein Schmuckstück kauft, das dauerhaft getragen werden soll, verdient ein adäquates Material.

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Ring aus der Schmuckserie „Circle“ aus 750er Gelbgold

Gelbgold, Weißgold und Roségold: Wie entstehen die Farben?

Die Farbe eines Edelmetalls entsteht nicht zufällig. Sie ist das direkte Ergebnis der Legierungspartner und ihrer Dosierung.

Gelbgold: Das klassische 750er Gelbgold erreicht seine tiefgelbe, sonnenwarme Strahlkraft durch ein ausgewogenes Verhältnis von Feingold, Silber und Kupfer. Das Silber gleicht die rötliche Tönung des Kupfers präzise an, sodass der Urcharakter des reinen Goldes erhalten bleibt.

Roségold und Rotgold: Hier wird der Kupferanteil gezielt angehoben. So entsteht der warme Ton, der von einem zarten Rosé bis zu einem kräftigen Rotton reichen kann.

Aber Moment. Oben haben wir erklärt, warum 333er Gold durch seinen hohen Fremdmetallanteil sichtbar oxidieren kann. Warum ist Kupfer dann in Roségold oder Rotgold kein Problem, obwohl wir es für die Farbe bewusst einsetzen?

Der Unterschied liegt im Verhältnis. Bei 333er Gold besteht die Legierung zu 66,7 Prozent aus Fremdmetallen. Diese Metalle, vor allem Kupfer, kommen an der Oberfläche stärker zum Tragen und reagieren mit Sauerstoff und Feuchtigkeit. Dabei entstehen Kupferoxide, die als dunkle Beläge oder Flecken sichtbar werden können.

Bei 585er und 750er Gold ist der Goldanteil deutlich höher. Gold gehört zu den Edelmetallen und ist in Luft und Wasser chemisch stabil. In der Legierung bildet es die dominante Basis, in die Kupfer eingebettet ist. Dadurch reagiert das Kupfer an der Oberfläche nicht in dem Maß, das für sichtbares Anlaufen typisch ist.

Kurz gesagt: Kupfer sorgt bei Roségold und Rotgold für die Farbe. Der hohe Goldanteil sorgt dafür, dass das Metall im Alltag und in der Legierung stabil bleibt.

 

Weißgold: Weißgold ist kein eigenständiges Metall, sondern eine Goldlegierung, bei der die gelbe Eigenfarbe des Goldes durch gezielte Beimischung anderer Metalle neutralisiert wird. Wir verwenden dafür Palladium, ein Metall aus der Platingruppe. Das Ergebnis ist ein grau-weißer Farbton mit einem leicht warmen Unterton. Das ist die natürliche, unbeschichtete Farbe dieser Legierung.

Viele Weißgoldstücke auf dem Markt werden zusätzlich mit Rhodium überzogen, um ein reineres Weiß zu erzielen. Diese Schicht ist dünn und nutzt sich im Laufe der Zeit ab, sodass der eigentliche Farbton der Legierung darunter sichtbar wird. Wir verzichten auf diese Beschichtung. Was du bei uns siehst, ist die echte Farbe des Metalls.

Verlobungsring individuell. 750er Rotgold mit Turmalin. Grote contraste - Goldschmiede Köln

Verlobungsring 750er Rotgold mit einem grünen Turmalin.

Platin 950: Eigenschaften und Besonderheiten

Platin ist ein silbrig-weißes Übergangsmetall mit einer Dichte von 21,45 g/cm³ und einer Mohs-Härte von ca. 4,3. Es gehört zu den Edelmetallen und ist in normaler Umgebung chemisch sehr stabil: Es reagiert nicht mit Sauerstoff, Wasser oder den meisten Säuren und läuft nicht an.

Wir verarbeiten Platin 950, das zu 95 % aus reinem Platin besteht. Als Legierungspartner für die verbleibenden 5 % verwenden wir ausschließlich reines Kupfer. Auf Kobalt-Zusätze wird verzichtet, was das Material für Menschen mit empfindlicher Haut geeignet macht.

Eine Eigenschaft von Platin ist für Schmuck besonders relevant: Platin ist sehr duktil, das heißt, es lässt sich plastisch verformen, ohne zu brechen. Wenn ein Platinring einen Kratzer bekommt, wird das Material zur Seite geschoben, nicht abgetragen. Es entsteht kein messbarer Materialverlust. Das unterscheidet Platin von härteren, aber sprödere Materialien, bei denen Kratzer echten Substanzverlust bedeuten.

Mit der Zeit bildet sich durch diese Verformungen eine feine Oberflächenstruktur, die manche als Patina bezeichnen. Sie lässt sich durch Polieren jederzeit wieder entfernen. Die Farbe des Metalls selbst verändert sich dabei nicht.

Verlobungsring 950er Platin 0,5 Ct Brillant Grote contraste Goldschmiede Köln

Verlobungsring aus 950er Platin

Palladium: Die robuste, moderne Alternative

Palladium gehört wie Platin zur Platingruppe und ist in seiner Farbe dem Platin sehr ähnlich: silberweiß, hell und mit einem ruhigen metallischen Glanz. Wer beide Metalle nebeneinander legt, braucht ein geübtes Auge, um den Unterschied zu erkennen.

Der entscheidende Unterschied liegt im Gewicht. Palladium hat eine Dichte von 12,02 g/cm³, Platin kommt auf 21,45 g/cm³. Ein Palladium Schmuckstück trägt sich dadurch spürbar leichter, was für manche Trägerin und Träger ein klares Argument ist.

Was die Härte betrifft, liegt Palladium mit einer Mohs-Härte von etwa 4,75 bis 5 etwas über Platin (ca. 4,3). Es ist also geringfügig härter. Allerdings verhält es sich bei Kratzern ähnlich wie Platin: Das Material wird zur Seite geschoben, nicht abgetragen. Mit der Zeit bildet sich eine feine Patina, die dem Stück Charakter gibt, aber durch Polieren jederzeit wieder entfernt werden kann.

Palladium reagiert bei Raumtemperatur nicht mit Sauerstoff. Es läuft nicht an und behält seinen Glanz dauerhaft.

925 Sterling Silber: Lebendiger Glanz für ausdrucksstarke Einzelstücke

Das klassische 925 Sterling Silber setzt sich aus 92,5 % reinem Silber und 7,5 % reinem Kupfer zusammen. Silber ist das hellste, am reinsten reflektierende Edelmetall und besitzt im frisch polierten Zustand einen strahlenden, fast spiegelnden Weißglanz.

Silber hat eine unverkennbare Eigenschaft: Es reagiert mit winzigen Schwefelspuren in der Luft oder auf der Haut und läuft mit der Zeit charakteristisch dunkel an. Das ist kein Qualitätsmangel. Es ist das authentische Zeichen des unbeschichteten Metalls.

In unserem Atelier nutzen wir diesen Effekt bewusst als Gestaltungsmittel. Durch gezieltes Mattieren und das Dunkel-Ziselieren von vertieften Ornamenten gewinnen geometrische Strukturen eine plastische, lebendige Tiefe.

Für dauerhaft beanspruchte Eheringe empfehlen wir Silber nur in ausgewählten Ausnahmefällen.

Silberring mit Edelstein Schmuckserie Umbrello 3D-Druck Schmuck von Grote contraste - Goldschmied Köln Jutta Grote Goldschmiedemeisterin Schmuck Köln

Ringe aus der Schmuckserie „Umbrello“ aus 925er Silber

Welche Metalle wir bewusst nicht verarbeiten – und warum

In der industriellen Massenfertigung und in historischem Schmuck wurden Metalle eingesetzt, die modernen Ansprüchen an Gesundheit und handwerkliche Reinheit widersprechen. Wir legen offen, welche das sind und warum sie bei uns keine Rolle spielen.

  • Nickel: Bis zur EU-Nickelrichtlinie (2000/2001) war Nickel ein weit verbreiteter Legierungspartner, um Gold kostengünstig zu entfärben oder Silber zu härten. Da Nickel der häufigste Auslöser von Kontaktallergien bei direktem Hautkontakt ist, sind alle Werkstoffe aus unserer Scheideanstalt garantiert nickelfrei.
  • Cadmium: Bis zum Verbot durch die europäische REACH-Verordnung (2011) wurde Cadmium häufig in Schmiedloten eingesetzt, um den Schmelzpunkt zu senken. Beim Erhitzen verdampft Cadmium und bildet hochgradig giftige Dämpfe.
  • Blei: Dieses toxische Schwermetall fand sich über Jahrzehnte als Verunreinigung oder Zusatz in historischen Legierungen und Weichloten, bevor strenge Grenzwerte in den 2010er Jahren den Einsatz in Schmuckstücken unterbunden haben.

Was das für deinen Altschmuck bedeutet

Aus diesen Gründen schmelzen wir alten Kundenschmuck oder Erbstücke nicht an unserer eigenen Werkbank ein. Von außen lässt sich einer alten Gold- oder Silberlegierung nicht ansehen, welche Metalle in vergangenen Jahrzehnten beigemischt wurden. Beim unkontrollierten Erhitzen könnten Altlasten wie Cadmium oder Blei als gesundheitsschädliche Gase freigesetzt werden.

Dazu kommt ein rein handwerklicher Grund: Eine Goldschmiede arbeitet mit einem offenen Tiegel. Die flüssige Schmelze steht dabei in direktem Kontakt mit der Umgebungsluft und nimmt aktiv Sauerstoff auf. Das hat konkrete Folgen für die Qualität der Legierung.

Die unedlen Legierungspartner, vor allem Kupfer, oxidieren in der Schmelze und bilden Metalloxide. Diese Oxide verbleiben als Einschlüsse im erstarrten Metall und machen die Legierung spröde. Gleichzeitig löst die heiße Schmelze Gase auf, die beim Erstarren nicht vollständig entweichen können. Das Ergebnis sind mikroskopische Poren und Hohlräume im Gussstück, sogenannte Lunker, die die innere Struktur des Metalls schwächen. Beim späteren Schmieden, Walzen oder Löten können genau an diesen Stellen Risse entstehen.

Scheideanstalten arbeiten mit Induktionsöfen unter Schutzgasatmosphäre. Der Sauerstoff wird dabei vollständig aus dem Schmelzprozess ausgeschlossen. Das Ergebnis ist eine homogene, porenfreie Legierung mit stabiler, vorhersehbarer Struktur.

Im Regelfall übergeben wir das Altmaterial daher unserer zertifizierten Scheideanstalt. Dort wird es in geschlossenen, laborgeprüften Systemen umweltschonend recycelt, damit daraus wieder absolut reine Recycling-Edelmetalle für Ihre neuen Unikate entstehen.

Edelmetall wird eingeschmolzen beim nachhaltigen Goldschmied in Köln

Das Einschmelzen von Edelmetallen überlassen wir in der Regel unserer Scheideanstalt.

Erlebe das Materialgewicht an unserem Beratungstisch

Keine Beschreibung ersetzt das haptische Erlebnis, wenn du das reale Gewicht eines massiven Platinrings oder die schmeichelnde Wärme von Roségold direkt auf deiner Haut spürst.

Besuche uns in der Landmannstraße 10 in Köln Neuehrenfeld.  Nimm dir zusammen mit uns die Zeit, die verschiedenen Edelmetalle vor dem Spiegel zu betrachten und genau die Kombination zu finden, die zu deinen Händen und deiner persönlichen Geschichte passt.

Häufige Fragen zu Edelmetallen & Legierungen

Was bedeutet der Stempel auf einem Goldring – zum Beispiel 750 oder 585?

Der Stempel – auch Punzierung genannt – gibt den Feingehalt des Edelmetalls an. Er beschreibt, wie viele Teile von 1.000 Gewichtsanteilen reines Gold enthalten sind. Ein Ring mit dem Stempel 750 besteht zu 75 % aus reinem Gold (entspricht 18 Karat). Ein Ring mit 585 enthält 58,5 % reines Gold (14 Karat). Je höher die Zahl, desto höher der Goldanteil – und desto satter und wärmer der Farbton.

Was ist der Unterschied zwischen 750er und 585er Gold?

Beide sind vollwertige, bewährte Goldlegierungen. Der Unterschied liegt im Goldanteil: 750er Gold enthält 75 % reines Gold, 585er Gold 58,5 %. Das hat Auswirkungen auf die Farbe: 750er Gelbgold wirkt satter und tiefer gelb, 585er Gelbgold etwas kühler und dezenter. Beide bleiben dauerhaft farbstabil. Wer beide Ringe direkt nebeneinander hält, sieht den Unterschied – wer einen Ring allein am Finger trägt, oft nicht.

Warum kann 333er Gold dunkel anlaufen?

Kupferoxid und reagiert mit Schwefelspuren in der Luft zu Kupfersulfid. Beide Verbindungen setzen sich als dunkle, schwärzliche Beläge auf der Oberfläche ab. Bei 333er Gold ist der Kupferanteil so hoch, dass diese Reaktionen sichtbar werden – die Oberfläche verfärbt sich, zeigt dunkle Flecken und verliert ihren Glanz. Das Material kann spröde werden. Im Hautkontakt können Kupferverbindungen außerdem schwarze oder grünliche Spuren auf der Haut hinterlassen. Aus diesen Gründen raten wir von 333er Gold ab und bieten es nicht an.

Kann ich meinen alten Goldschmuck einschmelzen und daraus einen neuen Ring machen lassen?

Das ist ein häufiger Wunsch – und wir nehmen ihn ernst. Wir schmelzen alten Kundenschmuck jedoch nicht direkt an unserer Werkbank ein. Der Grund: Von außen lässt sich einer alten Legierung nicht ansehen, welche Metalle in vergangenen Jahrzehnten beigemischt wurden. Historische Schmuckstücke können Cadmium oder Blei enthalten, die beim Erhitzen gesundheitsschädliche Dämpfe freisetzen. Dazu kommt ein handwerklicher Grund: Eine Goldschmiede arbeitet mit offenem Tiegel – die Schmelze nimmt Sauerstoff auf, was zu Einschlüssen und Poren in der neuen Legierung führen kann. Wir übergeben das Altmaterial daher unserer zertifizierten Scheideanstalt, die es unter Schutzgasatmosphäre zu reinen Recycling-Edelmetallen aufbereitet. Daraus entsteht dann dein neues Schmuckstück – sauber, sicher und nachhaltig.

Warum oxidiert 750er oder 585er Roségold nicht, obwohl es viel Kupfer enthält?

zum Tragen und reagieren sichtbar mit Luft und Feuchtigkeit. Bei 585er und 750er Roségold ist der Goldanteil deutlich höher. Gold ist chemisch sehr stabil und bildet die dominante Basis der Legierung, in die das Kupfer eingebettet ist. Das Kupfer sorgt für die warme Farbe – der hohe Goldanteil sorgt dafür, dass die Legierung im Alltag stabil bleibt und nicht sichtbar anläuft.

Was ist der Unterschied zwischen Weißgold und Platin?

Weißgold ist eine Goldlegierung, bei der die gelbe Eigenfarbe des Goldes durch Beimischung anderer Metalle – in der ist das Regel Palladium – neutralisiert wird. Das Ergebnis ist ein grau-weißer Farbton mit leicht warmem Unterton. Platin hingegen ist ein eigenständiges Edelmetall mit einem klaren, kühlen Weiß, das keine Beschichtung benötigt. Platin ist deutlich schwerer (Dichte 21,45 g/cm³) und chemisch sehr stabil. Wer das Gewicht am Finger spüren möchte, wählt Platin. Wer ein leichteres Stück bevorzugt, ist mit Weißgold gut beraten.

Warum ist Platin so teuer – und lohnt es sich?

Platin ist seltener als andere Edelmetalle und schwerer zu verarbeiten. Mit einer Dichte von 21,45 g/cm³ ist es das schwerste der gängigen Schmuckmetalle und der Preis richtet sich nach dem Gewicht – ein Platinring wiegt z.B. spürbar mehr als ein vergleichbarer Goldring. Dazu kommt eine besondere mechanische Eigenschaft: Platin ist sehr duktil. Kratzer bedeuten keinen Materialverlust – das Metall wird zur Seite geschoben, nicht abgetragen. Es entsteht mit der Zeit eine feine Patina, die sich durch Polieren jederzeit entfernen lässt. Platin läuft nicht an, reagiert nicht mit Sauerstoff und behält seine Farbe dauerhaft. Für Menschen, die ein Schmuckstück für Jahrzehnte tragen wollen, ist Platin eine der langlebigsten Entscheidungen.

Was ist Palladium – und worin unterscheidet es sich von Platin?

Palladium gehört wie Platin zur Platingruppe und ist in seiner Farbe dem Platin sehr ähnlich: silberweiß, hell, mit ruhigem metallischen Glanz. Der entscheidende Unterschied liegt im Gewicht: Palladium hat eine Dichte von 12,02 g/cm³, Platin kommt auf 21,45 g/cm³. Ein Palladiumstück trägt sich dadurch spürbar leichter – für manche Träger ein klares Argument. Was die Härte betrifft, liegt Palladium mit einer Mohs-Härte von ca. 4,75–5 geringfügig über Platin (ca. 4,3). Kratzer verhalten sich ähnlich wie bei Platin: Das Material wird verformt, nicht abgetragen. Palladium läuft nicht an und behält seinen Glanz.

Warum läuft Silberschmuck dunkel an – und ist das ein Qualitätsmangel?

Nein. Das Anlaufen von Silber ist kein Qualitätsmangel, sondern eine natürliche chemische Eigenschaft des Metalls. Silber reagiert mit winzigen Schwefelspuren in der Umgebungsluft und auf der Haut und bildet dabei Silbersulfid – einen dunklen Belag. Das passiert bei unbeschichtetem 925 Sterling Silber immer, unabhängig von der Qualität. In unserem Atelier nutzen wir diesen Effekt bewusst als Gestaltungsmittel: Durch gezieltes Dunkel-Ziselieren von vertieften Ornamenten gewinnen florale und geometrische Strukturen eine plastische, lebendige Tiefe. Der Belag lässt sich jederzeit mit einem Silberputztuch entfernen.